Die Raiffeisenbanken in Österreich sind sehr präsent. Gut 43 % aller Österreicher sind Kunden eines solchen Geldinstituts. Das geht unter anderem auf die Zuverlässigkeit zurück. Denn neben der gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherung verfügen die Raiffeisenbanken über eine lange Tradition an solidarischen Systemen, die bei Schieflagen für Hilfe sorgen und Kundeneinlagen erhalten.

Gesetzliche Einlagensicherung

Zur Regelung der Einlagensicherung und Anlegerentschädigung in Österreich existiert ein Bundesgesetz. Dieses heißt Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz – ESAEG. Mit den Bestimmungen werden EU-Vorgaben in nationales Recht umgesetzt. Der Fachverband der Raiffeisenbanken mit Sitz in Wien tritt neben vier weiteren Verbänden auf und tritt als Sicherungseinrichtung für seine Mitglieder ein. Das sind etwa 480 selbstständige lokale Raiffeisenbanken, acht regionale Landeszentralen und die Raiffeisen Zentralbank.

Wie viel ist abgesichert?

Über die Österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung eGen sind Guthaben in Form von Einlagen bis zu 100.000,00 Euro abgesichert. Diese Summe gilt je Person und Geldinstitut. Besteht beispielsweise ein Gemeinschaftskonto eines Ehepaares, dann verdoppelt sich der benannte Betrag. In machen Fällen kann darüber hinaus innerhalb von zwölf Monaten nach Eintritt eines Sicherungsfalls bei der Österreichischen Raiffeisen-Einlagensicherung eGen in Wien ein Antrag gestellt werden, dass Guthaben bis insgesamt 500.000,00 Euro geschützt wird. Dieses liegt dann vor, wenn

  • die Beträge aus Immobiliengutschriften für privat genutzten Wohnraum stammen.
  • die Gutschrift für soziale Zwecke und Lebensereignisse wie Heirat, Invalidität oder Scheidung zurückgelegt wurde.
  • die Herkunft aus Versicherungsleistungen oder Entschädigungszahlungen stammt.

Zusätzlich sind darüber hinaus nach dem Anlegerentschädigungsgesetz Forderungen bis zu 20.000,00 Euro abgesichert. Nicht natürliche Anleger müssen einen Selbstbehalt von 10 % tragen. Es besteht immer eine Antragserfordernis. Darüber hinaus sei auf das solidarische System der Raiffeisenbanken untereinander verwiesen. In Schieflagen stützen sich die Geldhäuser gegenseitig, weswegen der Schutz in der Regel weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus gehen dürfte.

Was ist abgesichert?
Gesetzlich gesehen sind als Einlagen Guthaben auf Sparbüchern, Gehalts- und Pensionskonten und Girokonten sowie Festgelder geschützt. Nach dem Anlegerentschädigungsgesetz werden Forderungen gegenüber dem Kreditinstitut erfasst. Diese bestehen unter anderem bei der Verwaltung von Wertpapieren für andere, beim Loroemissionsgeschäft und beim Handel mit Geldmarktinstrumenten. Hier sei deutlich darauf hingewiesen, dass es sich um den gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmechanismus handelt. Durch die internen Sicherungsmaßnahmen der Raiffeisenbanken in Österreich dürfte der Schutz sich auch auf andere Felder erstrecken.

Was ist nicht abgesichert?
Nach den gesetzlichen Vorgaben genießen alle Formen von Schuldverschreibungen keinen Schutz. Das sind Kassenobligationen, Wohnbau-Anleihen und Zertifikate. Auch Wertpapiere, die von einer Bank nur verwahrt werden, stehen nicht unter dem gesetzlichen Schutz. Sie können auf Kundenwunsch auf ein anderes Depotkonto übertragen werden. Dabei sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die zusätzlichen Schutzmechanismen der österreichischen Raiffeisenbanken untereinander in einem Sicherungsfall auch die benannten Finanzprodukte schützen können.

Entwicklung der Österreichischen Raiffeisen-Einlagensicherung

Bei der Österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung eGen handelt es sich um die gesetzlich vorgeschriebene Sicherungsanstalt für Raiffeisenbanken. Die Einrichtung dieser Institution greift rechtliche Vorgaben auf. Dabei konnten die Raiffeisenbanken auch schon zuvor auf eine lange Tradition von Solidarität untereinander zurückblicken. Freiwillige Solidaritätseinrichtungen schützen bis heute zusätzlich die Spareinlagen von Kunden. Insgesamt sind drei zusätzliche Systeme installiert: Solidaritätsgemeinschaften, Institutssicherung und Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft Österreich.

Das Wichtigste zur Österreichischen Raiffeisen-Einlagensicherung

Die Österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung geht weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Gleich mehrere Schutzmechanismen der Banken untereinander existieren schon seit Jahren und vermindern die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit.