Die Einlagensicherung soll den Sparern eine Sicherheit geben, dass deren Einlagen auch zu einem späteren Zeitpunkt noch vorhanden sind und die Einlagen nicht verschwinden, wenn die Bank in Konkurs geht. Das System der österreichischen Einlagensicherung wird gerade verändert und beruft sich nun auf das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz – ESAEG welches genauestens regelt, was die Rechten und Pflichten der Banken und Sparern sind.

In Österreich gibt es im Moment 5 verschiedene sektorale Einlagensicherungen:

Wenn Sie wissen möchten, unter welches System denn Ihre Bank fällt, so stellen Sie zuerst fest, welchem landesspezifischen Sicherungssystem Ihre Bank untersteht und danach gilt als Faustregel, dass wenn Sie bei einer Hypo Bank sind (z. B. Hypo Vorarlberg oder Austrian Anadi Bank) dann sind sie im Sektor der Hypo Banken, wenn Sie bei einer Raiffeisen Bank sind, dann unterliegen Sie dem Raiffeisen Einlagensicherungssystem, wenn Sie bei der Erste Bank, der Bank Austria oder einer Sparkasse sind, dann gilt für Sie jenes der Sparkassen. Danach gibt es noch die Möglichkeit, dass Sie bei einer Volksbank sparen, dann gilt dort natürlich die Einlagensicherung des Volksbanken Sektors. Alle anderen Banken mit einer österreichischen Einlagensicherung sind dann in der Einlagensicherung der Banken & Bankiers. Wenn Sie sich nun noch immer nicht sicher sind wo denn Ihre Bank genau zu finden ist, so können Sie auf der Website der Finanzmarktaufsicht Österreichs nachsehen:

Jede Bank mit Sitz in Österreich welches Kundeneinlagen entgegennimmt (vom Girokonto bis zum Sparkonto) muss einer dieser Sicherungseinrichtungen angehören, ansonsten erhält diese keine Konzession bzw. würde diese erlischen.

Einlagensicherung Ausland (Deutschland, Frankreich, Niederlande, …)

Immer mehr Banken aus dem Ausland kommen nach Österreich und bieten Ihre Dienste auch den österreichischen Sparern an und haben hier meist auch deutlich höhere Sparzinsen zu bieten als es österreichische Banken tun. Viele dieser Banken machen dies im Rahmen der EU Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit, müssen sich jedoch natürlich auch bei der FMA melden, wenn diese in Österreich Einlagen entgegennehmen oder sicherungspflichtige Wertpapierdienstleistungen erbringen möchten. Diese Banken haben keine österreichische Bankkonzession, sondern machen dies mit einer Konzession ihres Heimatstaates. Im Falle des Falles können daher Ansprüche nur nach dem Gesetz bzw. den Rechtsvorschriften des jeweiligen Sitzstaates vorgebracht werden.

Hier einige Beispiele von Banken die in Österreich ihre Sparzinsen anbieten, jedoch einer anderen Einlagensicherung unterliegen:

  • ING DiBa: Deutschland
  • EthikBank: Deutschland
  • GLS Bank: Deutschland
  • MoneYou: Niederlande
  • Amsterdam Trade Bank: Niederlande
  • Renault Bank direkt: Frankreich
  • Crédit Agricole: Frankreich
  • BIGBank: Estland
  • J&T Banka: Tschechien

Grundsätzlich gilt auch für all diese Einlagensicherungen, dass bis zu 100.000 Euro die Ansprüche zu 100 % getilgt werden. Es obliegt jedem selbst, wie sicher die Einlagensicherungen in den Ländern beurteilt werden. Experten sprechen oft davon, dass nur kleinere Ausfälle von den Einlagensicherungssystemen aufgefangen werden können. Kommt es zu großen oder sehr großen Ausfällen, so stößt jedes dieser Systeme an seine Grenzen.

Unterschied zwischen Einlagensicherung und Anlegerentschädigung

Die wesentlichen Unterschiede:

EinlagensicherungAnlegerentschädigung
Auszahlungshöchstbetrag:EUR 100.000,00EUR 20.000,00
Selbstbehalt:Keinerbei nicht-natürlichen Personen 10%
Auszahlungsfristen:Bis 31.12.2018: 20 Arbeitstage
Vom 01.01.2019 bis 31.12.2020: 15 Arbeitstage
Vom 01.01.2021 bis 31.12.2023: 10 Arbeitstage
Ab 01.01.2024: 7 Arbeitstage
3 Monate
Kundenantrag erforderlich:Nein
Ausnahme: Zeitlich begrenzt gedeckte Einlagen
(§ 12 ESAEG)
Ja