Wer Kunde einer österreichischen Hypothekenbank der Länder ist, wird über die Hypo-Haftungs-Gesellschaft mbH abgesichert. Als Sicherungssummen bestehen 100.000,00 Euro je Kunde und Geldinstitut.

Gesetzliche Einlagensicherung der Hypo Banken

In Österreich treten fünf Institutionen auf, die den gesetzlich garantierten Schutz von Einlagen umsetzen. Zu Grunde liegt hierfür das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz – ESAEG. Dieses ist seit August 2015 in Kraft. Den Fachverband der Landes-Hypothekenbanken stellt dabei die Hypo-Haftungs-Gesellschaft mbH dar. Diese Sicherungsanstalt hat folgende ordentliche Mitglieder:

  • Austrian Anadi Bank AG
  • Hypo-Bank Burgenland AG
  • HYPO NOE Gruppe Bank AG
  • HYPO NOE Landesbank AG
  • Oberösterreichische Landesbank AG
  • Salzburger Landes-Hypothekenbank AG
  • Landes-Hypothekenbank Steiermark
  • Hypo Tirol Bank AG
  • Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank AG

Die Sicherungsgesellschaft hat nicht nur die Aufgabe die Einlagen der Kunden der ordentlichen Mitglieder zu sichern. Vielmehr realisiert sie auch Anlegerentschädigungen für Wertpapiergeschäfte.

Wie viel ist abgesichert?

Im Rahmen der Einlagensicherung erhalten Kunden einen maximalen Auszahlungsbetrag in Höhe von 100.000,00 Euro je Person und Bank. Dazu ist kein Kundenantrag erforderlich. Gemeinschaftskonten erhöhen die benannte Summe. Wenn beispielsweise ein Ehepaar ein Gemeinschaftskonto führt, liegen 200.000,00 Euro als Sicherungssumme vor. Wer allerdings gesonderte Umstände gelten machen kann, erhöht die Auszahlungssumme auf 500.000,00 Euro. Dieses ist der Fall, wenn

  • das Guthaben von privat genutzten Immobilien stammt
  • mit dem Geld gesetzlich vorgeschriebene soziale Zwecke erfüllt und für bestimmte Lebensereignisse wie Kündigung, Scheidung oder Tod Summen vorgehalten werden sollen
  • die Summe aus Versicherungsleistungen oder Entschädigungszahlungen für Straftaten stammt

Dabei ist eine Jahresfrist zu beachten: Der Sicherungsfall muss innerhalb von zwölf Monaten nach Zahlungseingang eintreten. Darüber hinaus wird über die Hypo-Haftungs-Gesellschaft mbH auch eine Anlegerentschädigung realisiert. Diese beträgt je Person und Bank maximal 20.000,00 Euro. Bei nicht natürlichen Personen beträgt der Selbstbehalt 10 %. Für Kunden besteht eine Antragserfordernis.

Was ist abgesichert?
Als Einlagen gelten alle Konten. Dabei ist unerheblich, ob diese Zinsen bringen oder nicht. Konkret können dieses Gehalts- und Pensionskonten, Sparkonten, Girokonten und Festgelder sein. Nach der Anlegerentschädigung werden zudem Forderungen gegen das Kreditinstitut aus Depotgeschäften, betrieblichen Vorkassengeschäften und anderem abgesichert.

Was ist nicht abgesichert?
Ohne Sicherung bleiben Schuldverschreibungen. Dabei ist unerheblich, ob es sich um Zertifikate, Kassenobligationen oder Wohnbau-Anleihen handelt. Auch Wertpapiere, die auf einem Depotkonto liegen, sind grundsätzlich nicht gesichert. Denn sie können auf ein anderes Depot übertragen werden. Die Bank verwahrt diese nur für ihre Kunden.

Entwicklung der Hypo-Haftungs-Gesellschaft

Der Verband der österreichischen Landes-Hypothekenbanken wird kurz als Hypo-Verband bezeichnet. Er besteht schon seit dem Jahr 1898 und stellt eine Interessenvertretung der österreichischen Hypothekenbanken der Länder dar. Als damit verbundenes Unternehmen tritt die Hypo-Haftungs-Gesellschaft m.b.H. auf. Sie ist auf Grund der österreichischen Gesetzgebung zur Einlagensicherung und Anlegerentschädigung entstanden. Darüber hinaus analysiert sie auch die Kennzahlen ihrer Mitgliedsbanken und kann so Risiken abwägen.

Das Wichtigste zur Hypo-Haftungs-Gesellschaft

Die Hypo-Haftungs-Gesellschaft trägt für die Kundeneinlagen bei den Landeshypothekenbanken Sorge. Sie garantiert bis zu 100.000,00 Euro für Einlagen und maximal 20.000,00 Euro für Forderungen gegen ein Kreditinstitut.