Revolut Tagesgeld: Österreich bekommt 2027 den KESt-Abzug, Deutschland hat jetzt schon die besseren Zinsen

Revolut hat am 4. November 2026 bekanntgegeben, dass die österreichische Niederlassung der Revolut Bank UAB eingetragen ist. Für das Tagesgeld ist das die wichtigste Nachricht seit dem Start. Sobald die österreichische Einheit 2027 in Betrieb geht, will Revolut die Kapitalertragsteuer auf Zinsen automatisch einbehalten und an das Finanzamt abführen. Bestehende Konten sollen ab der ersten Jahreshälfte 2027 automatisch wechseln und eine österreichische IBAN bekommen. Bei den Zinsen selbst schneidet die österreichische Kundschaft aber schlechter ab als die in Deutschland.

Die Zinsen in Österreich und Deutschland im Vergleich

AboÖsterreichDeutschland
Neukundenzinskeiner4,25 % p.a. für 4 Monate, bis 25.000 €
Standard1,00 % p.a.2,25 % p.a. bis 5.000 €, darüber 1,25 % p.a.
Premium1,25 % p.a.2,25 % p.a. bis 10.000 €, darüber 1,50 % p.a.
Metal1,50 % p.a.2,25 % p.a. bis 100.000 €
Ultra2,00 % p.a.2,50 % p.a. bis 100.000 €, darüber 2,25 % p.a.
Steuernicht steuereinfach (bis zum Start 2027)automatischer Abzug der Abgeltungsteuer
EinlagensicherungLitauen, 100.000 €Deutschland, 100.000 € (neue Konten seit 4. August 2026)
Zinsgutschrifttäglichtäglich

Den deutschen Neukundenzins gibt es nur mit deutscher IBAN, also nur mit Wohnsitz in Deutschland. Nach den ersten 30 Tagen sind außerdem jeden Monat mindestens drei Kartenzahlungen zu je 5 Euro nötig. Mit Wohnsitz in Österreich kannst du das Angebot nicht nutzen.

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Wo der Unterschied am größten ist

Für die meisten in Österreich zählt das kostenlose Standard-Abo. Dort bekommst du 1,00 % p.a., in Deutschland gibt es 2,25 % p.a., allerdings nur auf die ersten 5.000 Euro. Bei 5.000 Euro bringt das in Deutschland rund 112 Euro Zinsen im Jahr vor Steuern, in Österreich rund 50 Euro. Bei 20.000 Euro wird der Abstand kleiner, weil in Deutschland über 5.000 Euro nur noch 1,25 % p.a. gelten: rund 300 Euro in Deutschland gegenüber rund 200 Euro in Österreich. Im Ultra-Abo beträgt der Unterschied 0,50 Prozentpunkte. Bei rund 50 Euro bis 65 Euro Abogebühr im Monat lohnt sich Ultra aber ohnehin erst bei sehr hohen Guthaben, wenn es allein um die Zinsen geht.

Dazu kommt die Einlagensicherung. In Deutschland liegen neue Tagesgeldkonten seit August 2026 auf einem Treuhandkonto bei der Deutschen Bank und sind damit über die deutsche gesetzliche Einlagensicherung geschützt. In Österreich ist das Tagesgeld weiterhin bei der Revolut Bank UAB in Litauen abgesichert, ebenfalls bis 100.000 Euro je Person. Die neue Niederlassung ändert daran nichts, denn eine Zweigniederlassung ist keine eigene Bank. Ob Revolut in Österreich ein ähnliches Treuhandmodell mit einer Partnerbank plant, ist nicht bekannt.

Was der KESt-Abzug ab 2027 bringt

Derzeit musst du die Zinsen vom Revolut Tagesgeld selbst in der Einkommensteuererklärung angeben, zum Sondersteuersatz von 25 % für Zinsen aus Geldeinlagen. Viele vergessen das oder lassen sich davon abschrecken. Wenn Revolut die KESt ab 2027 selbst abführt, ist das Tagesgeld so unkompliziert wie bei einer heimischen Bank. Damit fällt einer der wichtigsten Nachteile weg, der bisher in jedem Vergleich gegen Revolut gesprochen hat.

Offen ist noch, ab wann genau der Abzug gilt, also ab dem Start der Einheit oder erst ab dem Wechsel des jeweiligen Kontos. Für das Jahr, in dem dein Konto wechselt, kann es daher sein, dass du einen Teil der Zinsen noch selbst erklären musst.

Einordnung

Mit Niederlassung und österreichischer IBAN wird Revolut für die Alltagsnutzung in Österreich deutlich interessanter. Beim Tagesgeld bleibt das Angebot aber deutlich hinter Deutschland, wo Revolut mit einem Neukundenzins von 4,25 % p.a. und deutscher Einlagensicherung offensiv um Einlagen wirbt. Ob Revolut zum Start 2027 auch in Österreich mit höheren Zinsen oder einer Neukundenaktion kommt, ist offen. Im Sparzinsen-Vergleich findest du derzeit steuereinfache Tagesgeldangebote, die schon jetzt mehr zahlen als das Revolut Standard-Abo. Wir aktualisieren den Vergleich, sobald Revolut die österreichischen Konditionen für 2027 bekanntgibt.

Mehr

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlageberatung. Zinssätze beim Tagesgeld sind variabel und können sich jederzeit ändern. Einlagen sind im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Person und Bank geschützt. Vor einer Entscheidung solltest du die aktuellen Konditionen und Vertragsbedingungen direkt beim Anbieter prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: November 2026.

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