Ab Dienstag, dem 15. September 2026, erhöht der Bundesschatz die Verzinsung über alle Laufzeiten hinweg. Beim Bundesschatz handelt es sich um ein Wertpapierprogramm der Republik Österreich, das direkt vom österreichischen Staat begeben wird, also um ein rein heimisches Angebot. Der Bundesschatz ist steuereinfach, allerdings gilt für die Erträge der für Wertpapiere übliche Satz von 27,5 % KESt und nicht der bei Spareinlagen übliche Satz von 25 %.
- Bundesschatz 1 Monat: 2,450 % p.a., bisher 2,200 % p.a. (Erhöhung um 0,250 Prozentpunkte)
- Bundesschatz 6 Monate: 2,600 % p.a., bisher 2,400 % p.a. (Erhöhung um 0,200 Prozentpunkte)
- Bundesschatz 12 Monate: 2,850 % p.a., bisher 2,600 % p.a. (Erhöhung um 0,250 Prozentpunkte)
- Bundesschatz 48 Monate: 3,000 % p.a., bisher 2,700 % p.a. (Erhöhung um 0,300 Prozentpunkte)
- Bundesschatz 120 Monate: 3,400 % p.a., bisher 3,200 % p.a. (Erhöhung um 0,200 Prozentpunkte)
Die Erhöhung kommt alles andere als überraschend, denn die EZB hat die Leitzinsen erhöht und in den letzten Wochen sind die Renditen der österreichischen Staatsanleihen kräftig nach oben gezogen. So ist die Anhebung der Bundesschatz Zinsen definitiv überfällig geworden.
Die aktuellen Sparzinsen können auf https://www.sparzinsen.at/ verglichen werden. Auch wie der Bundesschatz im Vergleich steht (Spoiler: ganz gut, kann vorne mithalten).
Aktuelle Sparzinsen
Den höchsten Zinssatz bietet der Bundesschatz künftig mit 3,400 % p.a. für eine Bindung über 120 Monate, hier fällt mit 0,300 Prozentpunkten auch die kräftigste Erhöhung an. Wer sich nicht so lange binden möchte, findet ebenfalls attraktive Konditionen: Bereits ab einem Monat Bindung gibt es 2,450 % p.a., bei zwölf Monaten sind es 2,850 % p.a.
| Bank | Laufzeit | Zinsen p.a. | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Bundesschatz | 1 Monat | 2,450 % | |
| Bundesschatz | 6 Monate | 2,600 % | |
| Bundesschatz | 12 Monate | 2,850 % | |
| Bundesschatz | 48 Monate | 3,000 % | |
| Bundesschatz | 120 Monate | 3,400 % |
Zinserhöhungen im Überblick
| Laufzeit | Zinssatz alt | Zinssatz neu | Änderungsdatum |
|---|---|---|---|
| 1 Monat | 2,200 % | 2,450 % | 15.09.2026 |
| 6 Monate | 2,400 % | 2,600 % | 15.09.2026 |
| 12 Monate | 2,600 % | 2,850 % | 15.09.2026 |
| 48 Monate | 2,700 % | 3,000 % | 15.09.2026 |
| 120 Monate | 3,200 % | 3,400 % | 15.09.2026 |
Der Mitbewerb im Überblick
Zum Vergleich mit dem Mitbewerb wird die Laufzeit über 12 Monate herangezogen, hier bietet der Bundesschatz künftig 2,850 % p.a. an.
Top 5 steuereinfache Angebote
Bei den steuereinfachen Angeboten liegt der Bundesschatz mit 2,850 % p.a. gleichauf mit der Raiffeisenbank Sölden an der Spitze. Der Bruttozins ist zwar identisch, die Nettorendite unterscheidet sich aber deutlich, da Bundesschatz-Erträge mit 27,5 % statt mit den bei Spareinlagen üblichen 25 % besteuert werden. Auf eine Anlage von 10.000 Euro bedeutet das beim Bundesschatz einen Nettoertrag von rund 206,63 Euro, während die Raiffeisenbank Sölden bei gleichem Bruttozins netto rund 213,75 Euro bringt, ein Unterschied von rund 7,13 Euro trotz identischem Zinssatz.
| Bank | Produkt | Zinsen p.a. | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Bundesschatz | Bundesschatz | 2,850 % | |
| Raiffeisenbank Sölden | Online Sparen fix | 2,850 % | |
| Kommunalkredit Invest | Festgeld | 2,800 % | |
| Vakifbank | Termingeld | 2,800 % | |
| Denzel Bank | Festgeld | 2,750 % |
Kommunalkredit Invest und Vakifbank bieten mit 2,800 % p.a. einen nominell niedrigeren Zins, bringen bei 10.000 Euro aber netto rund 210,00 Euro und liegen damit ebenfalls über dem Bundesschatz, der Steuervorteil gleicht hier den niedrigeren Bruttozins mehr als aus. Erst bei der Denzel Bank mit 2,750 % p.a. reicht der Steuervorteil nicht mehr ganz, die Nettorendite liegt mit rund 206,25 Euro knapp unter jener des Bundesschatz.
Top 5 Angebote inklusive nicht steuereinfacher Banken
Bezieht man auch nicht steuereinfache Anbieter mit ein, verschiebt sich das Bild deutlich zugunsten des Auslands. Bigbank aus Estland bietet mit 3,150 % p.a. den höchsten Zins in dieser Gruppe, gefolgt von Yapi Kredi mit 3,100 % p.a., Willbe Invest mit 3,030 % p.a. und Klarna mit 3,000 % p.a. Wer diese Angebote nutzt, muss die Zinserträge selbst über das Formular E1kv in der Einkommensteuererklärung angeben, wie das funktioniert, zeigt dieser Beitrag.
| Bank | Produkt | Zinsen p.a. | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Bigbank | Festgeld | 3,150 % | nicht steuereinfach |
| Yapi Kredi | Euro-Plus Festgeldkonto | 3,100 % | nicht steuereinfach |
| Willbe Invest | Festgeld | 3,030 % | nicht steuereinfach |
| Klarna | Festgeldkonto | 3,000 % | nicht steuereinfach |
| Bundesschatz | Bundesschatz | 2,850 % |
Auf 10.000 Euro gerechnet bringt Bigbank bei Selbstversteuerung mit dem für Spareinlagen üblichen Satz von 25 % einen Nettoertrag von rund 236,25 Euro, das sind rund 29,63 Euro mehr als beim Bundesschatz. Auch Yapi Kredi (rund 232,50 Euro), Willbe Invest (rund 227,25 Euro) und Klarna (rund 225,00 Euro) liegen netto über dem Bundesschatz-Ertrag von rund 206,63 Euro. Wer den administrativen Mehraufwand der Selbstversteuerung in Kauf nimmt, kann damit spürbar mehr herausholen als beim heimischen Bundesschatz.
Über / Einlagensicherung
Bundesschatz sind sichere, verzinsliche Wertpapiere, die direkt von der Republik Österreich begeben werden. Sie sind bereits ab 100 Euro in unterschiedlichen Laufzeiten erhältlich und bieten eine planbare Rendite ohne Kursrisiko, damit eignet sich der Bundesschatz vor allem für Anlegende, die ihr Geld sicher und ohne Wertschwankungen veranlagen möchten. Seit Ende April 2024 steht der Bundesschatz auch Privatanlegenden wieder offen.
Eine klassische Einlagensicherung gibt es beim Bundesschatz nicht, da es sich um ein Anleiheprodukt und nicht um eine Bankeinlage handelt. Stattdessen haftet die Republik Österreich als Emittentin direkt für die Rückzahlung. Der Bundesschatz eignet sich zudem für mündelsichere Veranlagungen und bietet auch Unternehmerinnen und Unternehmern, die den Gewinnfreibetrag nutzen möchten, eine Option.
Fazit
Der Bundesschatz hebt seine Zinsen zum 15. September 2026 über alle Laufzeiten spürbar an, am stärksten bei der Bindung über 48 Monate mit einem Plus von 0,300 Prozentpunkten. Mit bis zu 3,400 % p.a. für zehn Jahre Bindung bleibt der Bundesschatz eine der sichersten heimischen Optionen, auch wenn die Nettorendite durch den höheren Steuersatz von 27,5 % im Vergleich zu klassischen Spareinlagen etwas geschmälert wird. Wer bereit ist, auf steuereinfache Alternativen mit niedrigerer Besteuerung oder auf ausländische, selbst zu versteuernde Angebote auszuweichen, kann bei ähnlicher oder sogar kürzerer Bindung eine höhere Nettorendite erzielen.
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